Matthias Spielkamp von iRights.info hat bei jetzt.de eine Kolumne zum Thema “Wie werde ich bekannt” geschrieben. In dieser Folge erklärt er sehr anschaulich genau die Problematik, mit der wir uns hier auch beschäftigen. Jedes von mir geschaffene Werk steht automatisch unter dem strengen “All Rights Reserved” des Urheberrechts, egal, ob ich dies durchsetzen möchte oder nicht.
Das ist ein zum einen ein guter Schutz, der Dich davor bewahrt, dass andere mit deiner Kreativität etwas machen, was du nicht möchtest. Aber es ist zugleich Sand im Getriebe. Denn wenn jeder, der dein Foto in seinem Weblog veröffentlichen will, erst herausfinden muss, wie er dich erreicht, um dich dann um Erlaubnis zu bitten, wird er es im Zweifel einfach lassen und ein anderes Foto nehmen – etwa eins, das unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht ist.
CC bietet ja bekanntlich viele Möglichkeiten, ein bisschen Selbstmarketing zu betreiben. Spielkamp stellt die seiner Meinung nach idealen Auswirkungen von CC dann wie folgt dar:
Hunderttausende von Menschen schauen dein selbst gemachtes Video an, stellen es auf ihre Webseiten, in ihre Blogs, und du wirst dadurch so bekannt, dass dir die Produzenten die Tür einrennen und viel Geld anbieten, damit Du für sie arbeitest.
Hier stellt sich mir allerdings die Frage, ob es wirklich das primäre Ziel sein sollte, daß die Produzenten, die ja oft auf der bösen Seite der Macht stehen, an meine Tür klopfen. Hier muss dann jede und jeder wieder individuell entscheiden, wohin sie mit den eigenen Werken möchten. Dieser Ansatz bietet meiner Meinung nach viel Diskussionspotential: Zielen wir mit unserer Creative Commons-Veröffentlichung eher darauf ab, später eben diese Werke kommerziell zu vermarkten? Oder füttern wir lieber den großen Commons-Pool und erhöhen dadurch zwar unsere Reputation, geben uns aber nicht dem großen Sell Out hin? Wie denkt ihr darüber? CC eher als Einstieg zum Ruhm oder geht es euch um die Idee von freier Kultur an sich?


