6. July 2008

Seit ein paar Tagen sorgt der Dienst identi.ca für Furore. Auf den ersten Blick: “Schon wieder ein Twitter-Klon?”. Nein, denn das Feedback ist, trotz des geringen Funktionsumfangs, durchaus positiv.

Was ist nun also anders an identi.ca? Identi.ca ist ein Microblogging-Dienst, der auf dem Open Source µ-blogging Framework Laconica basiert. Open Source in dem Sinne, dass die Software unter der GNU Affero General Public Lizenz Version 3.0 steht und jede und jeder diesen Dienst auf dem eigenen Webserver installieren und laufen lassen kann und dessen Quellcode nach Belieben verändern darf.

identi.ca is an Open Network Service. Our main
goal is to provide a fair and transparent service that preserves users’ autonomy. In
particular, all the software used for zeitgeisty.net is Free Software, and all the data is available
under the Creative Commons Attribution 3.0 license, making it Open Data.

An dem Punkt, an dem nun also jeder sein eigenes Twitter laufen lassen kann, kommt die nächste Besonderheit ins Spiel – was die ganze Geschichte erst richtig interessant macht. Laconica setzt das OpenMicroBlogging Protokoll um. Mit dessen Hilfe können Benutzer, die nun bei Dienst X ihre Einträge verfassen, auch Einträge von Benutzern verfolgen, die beim Dienst Y und Z ihre Einträge verfassen.

Ob das ganze funktioniert haben wir uns einmal angesehen und selbst Laconica installiert. Das hat dank fehlender Dokumentation zwar etwas länger gedauert, mittlerweile gibt es aber auch eine ganz brauchbare Installationsanweisung.

zeitgeisty.net

Unseren Laconica-Server steht zum Ausprobieren unter zeitgeisty.net bereit. Wir werden dann in Zukunft schauen, was nach der Version 0.4.1 kommt.

Sicher, ein paar wichtige Funktionen wie Direct Messages, das Lesen von Replies ist nicht möglich, SMS-Benachrichtigungen gibt es noch nicht und die Updates lassen sich auch nicht vor den Augen der Öffentlichkeit schützen. Aber… wir fangen alle mal klein an. Das Interesse dürfte nun groß genug sein, um ein paar fähige Entwickler zusammenzubekommen, diese Idee weiter vorantreiben…

Am Ende könnte das das bessere Twitter werden, ohne lästige Überlastungen und mit den Features, die die Nutzer haben wollen. Ob SMS-Benachrichtigungen in Zukunft noch so eine große Rolle spielen werden (wo doch schon jetzt genügend User über ein internetfähiges Handy verfügen) lasse ich mal dahingestellt.

Wir sind auf alle Fälle gespannt!

PS: Das hier war Twitter ;)

Langer Text? Da gibt’s bestimmt auch einen Podcast bei Trackback.

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