21. October 2008

Bitte begrüßt unseren neuen Gastautoren Christoph Brüning. Christoph macht gerade ein Referendariat in den Fächern Deutsch und Philosophie und engagiert sich z.B. für Datenschutz im FoeBuD und für Creative Commons.

Am 5. September 2008 fand im 7inch in Siegen die erste Party mit Creative Commons lizenzierter Musik statt. Der Kölner Netlabelaktivist psyCodEd beeindruckte mit einem siebenstündigen deepdubambientminimalgroove-electronics-livemix.

Die Idee dieser Party bestand darin, einen ganzen Abend lang ausschließlich freie Musik zu spielen und diese auch live ins Internet zu übertragen. Die gespielte Musik konnte zudem direkt auf mitgebrachte USB-Sticks kopiert werden. Die Party war als Pilotversuch gedacht, um regelmäßig Partys und Abende mit freier Musik in der nordrheinwestfälischen Stadt zu etablieren und kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Immerhin ist bereits eine zweite Party dieser Art am 5. Oktober gelaufen und die nächste für den 14. November geplant.

Geboren war die Idee auf einer Autofahrt. Ich habe mich gefragt, ob sowas nicht auch in Siegen möglich sein kann. “Und dann haben wir einfach im 7inch angefragt, ob wir die Party dort veranstalten konnten. Als das Ok kam, legten wir mit der Planung los”, meinte Heiko, der maßgeblich für die Streaming-Technik verantwortlich zeichnete.

Das großartige an der Community rund um freie Inhalte ist ja, dass die Leute so begeistert sind und sich gegenseitig mit kreativem Input bereichern, wie ich finde. Aleks [psyCodEd], unser DJ schrieb mir eine Mail und fragte, ob wir denn auch einen Beamer vor Ort hätten, um zu der Musik Filme z. B. aus den Prelinger Archiven zeigen zu können. Das Ergebnis konnte sich am 5. September sehen lassen: sieben Stunden live gemixte elektronische Musik, dazu freie bewegte Bilder.


Foto von Christoph Brüning (BY-SA)

Auch die USB-Kopierstation wurde einige Male in Anspruch genommen und gigabyteweise freie Musik verteilt. “Ich habe auch (fast) durchweg sehr positives Feedback auf die Musikauswahl bekommen. Sogar die beiden alten Herren, die von Anfang bis Ende an der Theke saßen, haben mir ein grosses Lob ausgesprochen. Schon schön, wenn man mit freier Musik so sehr hervorstechen kann, dass selbst Stammgäste beeindruckt sind”, beschreibt Aleks eine Eindrücke. Heiko ergänzt: “insgesamt hatten wir sechs Leute, die sich über’s Netz reingeschaltet, was auf jeden Fall noch ausbaufähig ist. Aber zwei von denen waren die vollen sieben Stunden zugeschaltet.” In den kommenden Tagen sei der Mittschnitt dann auch 15 mal runtergeladen worden.

Wir wurden tatsächlich von einigen gefragt, ob wir das wiederholen oder ab jetzt sogar regelmäßig anbieten werden. “Davon waren wir wirklich überrascht und freuen uns natürlich wahnsinnig, dass wir mit der Idee nicht gescheitert sind, zumal wir ja von vornherein Pläne hatten, da eine regelmäßige Geschichte draus zu machen”, ergänzt Heiko. Am 14. November geht’s dann also weiter mit freier Musik für stürmischbuntgemütliche Herbstzeit.

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